Was kostet denn das Rohfutter?
Wenn ich mit Leuten über die
Rohfütterung rede, kommt als letztes Argument gern,
Rohfütterung sei doch viel teurer
als Dosenmampf oder Trockenfutter, das kann (oder will?) ich mir nicht
leisten. Stimmt das wirklich?
Hier
der Vergleich:
Dosenfutter gibt es ab ca. 1,00 €/kg, Trockenfutter teilweise noch
günstiger, sagen wir mal 0,80 €.
Man kann aber auch locker das 10fache pro Kilo ausgeben.
Das
günstigste Rohfutter (Hühnerhälse, TK) bekomme ich bei unserer
Futterquelle (siehe Linkliste) für 1,30 €/kg.
Das teuerste Futter ist Lamm mit 6,00 €/kg.
Obst
und Gemüse kostet zwischen 1,00 – 1,50 €/kg und wird zu ca. 30 %
zugefüttert.
Das
sieht doch schon mal gar nicht so schlimm aus. Aber wieviel muss denn
davon in den Napf?
Gehen
wir mal von einem 10 kg Hund aus, also ein stattlicher Cairn-Rüde.
Die
Fütterungsempfehlung sieht beim Nassfutter ca. 500 g (Herstellerangabe)
als Tagesration vor.
Beim Trockenfutter sind es ca. 175 g, weil das ganze Wasser fehlt.
Beim
Rohfutter sind es ca. 2,5 % vom Körpergewicht, also 250 g pro Tag.
Fix
gerechnet schlägt also das günstige Dosenfutter mit 0,50 € pro Tag zu
Buche.
Das billigste Trockenfutter ist mit 0,14 € unschlagbar, aber mit rund 0,30
€ am Tag liegt das Frischfleisch doch gar nicht schlecht.
Und
wer, wie die meisten konventionellen Fütterer, halb Trocken- und halb
Dosenfutter in die Näpfe gibt und im mittleren
Preisbereich (TroFu und DoFu um die 2,00 – 2,50 €/kg) einkauft, bezahlt
mit 0,60 – 0,70 € in etwa das doppelte wie unsereiner.
Also,
wer nicht nur das allerbilligste Trockenfutter einkauft, kann das
Preisargument schon mal nicht für sich beanspruchen.
Doch
nun zu den inneren Werten:
Um den
Inhalt des Futternapfs weiter vergleichen zu können, müssen wir als
nächstes mal den Feuchtegehalt des Futters betrachten.
Dosen- und Rohfutter haben beide einen Wasseranteil von ca. 80 %. Wenn man
das hochrechnet, dann entspricht die oben errechnete Menge
Trockenfutter etwa 700 g Nassfutter. Das fehlende Wasser muss der Hund
zusätzlich trinken, daher ist die Rechnung legitim.
Wohl
gemerkt, von keiner der drei Futterrationen wird unser 10 kg Hund
schnibbelfett, es handelt sich um normale Tagesrationen.
Warum
muss dann aus der Dose doppelt und aus dem Sack dreimal soviel gefüttert
werden? Am Wassergehalt kann´s ja nicht liegen.
Was ist
da also zusätzlich drin?
Kalorienfreie Zuckerwatte?
Fein gewiegte Hobelspäne? Klein geschnittene Gummistiefel? Schnittfest aufgeschlagene Atemluft?
Keine
Ahnung. Und ich will´s auch gar nicht wissen. Denn, was vorne reingeht,
muss hinten wieder raus.
Und wenn es in der Mitte keinen Nutzen bringt, gehört es da nicht hin.
Unsere Hunde sind doch keine Durchlauferhitzer für unverdauliche
Füllstoffe.
Das
Ganze kommt mir ein bisschen so vor, als würden wir das Benzin für unsere
Autos mit einem oder zwei Teilen Wasser
strecken und dann erwarten, dass die Kisten besser laufen. Viel Spaß beim
ausprobieren, ich drücke die Daumen.
Also,
wenn sie sich in der Lage sehen, sich selbst und Ihre Familie mit frischen
Produkten gesund und ausgewogen zu ernähren und
die Einladung ihrer Freunde zu einem aufwändig zubereiteten 3-Gänge-Menue
nicht als heimtückischen Anschlag auf Ihre Gesundheit
betrachten, dann können sie auch Ihren Schnuffi allen anders lautenden
Mahnungen zum Trotz artgerecht roh füttern und,
ob sie´s glauben oder nicht, wahrscheinlich auch noch Geld dabei sparen.
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